Emotionalkörperarbeit

Seitenwechsel

Wie geht es meinen Gefühlen mit mir?

Dies ist die zentrale Frage, die ich mir und meinen Schülern immer wieder stelle.

Ich nenne es den „Seitenwechsel“.

Es bedeutet, dass ich die Sichtweise, aus der ich schaue, ändere.

Wenn jemand sehr traurig ist und viel aus Kummer geweint hat, dann frage ich:

„Möchtest du dieses Gefühl der Traurigkeit denn auch wirklich haben?

Ich meine, für immer und ewig?“

Fast jeder sagt mir dann: „Nein, natürlich nicht.“

Und genau das ist das Problem.

Wie würde es meinem Gefühl der Traurigkeit denn damit gehen, wenn ich es haben möchte? Wenn ich es nicht so schnell wie möglich wieder los werden will, sondern wenn es für immer und ewig bei mir bleiben darf?

Unsere Gefühle, die wir ablehnen, sind die Gefühle, die wir als kleines Kind gefühlt haben und die wir verdrängt haben, da wir sonst nicht überlebt hätten. Es sind also die Gefühle meines kleinen Kindes, die ich nicht haben will.

Kinder drücken alle Gefühle über die Stimme und Gebärden aus. Sie schreien, trauern, wüten u.s.w.. Solange sie das uneingeschränkt tun dürfen, ich meine damit, solange die Eltern das in wirklich bedingungsloser Liebe aushalten, geht es dem Kind gut, da es alles, was sich eindrückt auch wieder ausdrücken kann. Aber welche Eltern sind dazu dauerhaft in der Lage – zumal sie selber meistens als Last und Zumutung empfunden wurden? Ich kenne es von mir selber nur zu gut, dass es mich hilflos, ohnmächtig und wütend gemacht hat, wenn mich mein Kind, besonders mein Sohn, immerzu herausgefordert hat.

Kinder reagieren ganz intensiv und instinktiv auf ihre Umwelt. Ganz besonders auf die Gefühle, die die Eltern abgespalten haben, die den Eltern unbewusst sind. Und diese abgespaltenen unbewussten Gefühle werden von den Kindern ausgedrückt. Dadurch wird das Kind zum Spiegel für die Eltern, der genau das zeigt, was sich die Eltern nicht anschauen wollen.

Und da wir ja diese Gefühle gar nicht haben wollen, weder bei uns noch bei unseren Kindern, muss das Kind lernen, dass es diese Gefühle auch nicht mehr ausdrücken darf.

Und schon haben wir den Salat.

Das Kind muss diese Gefühle verdrängen und unterdrücken, da es sich nicht leisten kann, auf die Liebe der Eltern zu verzichten.

Und so drücken sich die schon von den Eltern und der Gesellschaft unterdrückten Gefühle in das Kind ein, sodass das Kind die gleichen Gefühle abspaltet wie die Eltern und die Kette der Abspaltungen sich über Generationen fortsetzt.

Der Satz: „So sprichst du nicht mit mir!“ zum Beispiel, den viele Kinder zu hören bekommen, sorgt dafür, dass sich ein Kind nicht abgrenzen darf. Die Eltern nehmen sich das Recht heraus, mit dem Kind so zu reden, wie sie wollen, b.z.w. wie mit ihnen selber umgegangen wurde und das Kind hat zu gehorchen. Oft merken die Eltern nicht einmal, dass das Kind am Modell (den Eltern) genau das Verhalten lernt. Es macht lediglich das, was die Eltern tun, nur leider darf es das nicht. Die ohnmächtigen, selber als Kind zusammengestauchten Eltern geben den ganzen Ballast unbewusst weiter, ohne es zu merken.

Da die meisten Erwachsenen das Gefühl der Wertlosigkeit abgespalten haben, reagieren sie verletzt wenn sie von den Kindern respektlos behandelt werden.

Die Kinder, die ein Spiegel der Eltern sind, verhalten sie sich genau so, dass die Eltern mit ihrem abgespaltenen Gefühl der Wertlosigkeit in Kontakt kommen – sie sind respektlos. Erst wenn die Eltern ihre Hilflosigkeit und Wertlosigkeit integriert haben, können sie gelassen auf die respektlosen Kinder reagieren, woraufhin die Respektlosigkeit der Kinder nachlässt und verschwindet. (Leider finden sie schnell ein neues abgespaltene Gefühl, was nur darauf wartet, gespiegelt zu werden. Die Kindererziehung bleibt eine ewige Herausforderung!)

Spätestens wenn in der Pubertät diese Themen wieder auftauchen, grenzen sich die Kinder dann so ab, dass sie einfach auf alles verzichten und in einer Art Hass-Liebe stecken bleiben.

Wenn die Eltern ihre Gefühle wieder integrieren würden, dann bräuchte das Kind diese von den Eltern abgespaltenen Gefühle nicht mehr auszudrücken.

Ich gehe davon aus, dass sich ein Gefühl so lange wiederholt, bis ich es haben will, und zwar bedingungslos.

Wie komme ich auf solch eine Idee?

Ganz einfach. Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich eine Situation nur so lange wiederhole, bis ich das Gefühl, das diese Situation in mir auslöst, bedingungslos fühle und ich mich mit diesem Gefühl mag – bis ich es integriert habe. Die Situationen tauchen dann in meiner Erfahrung nicht mehr auf. (Ende des Kreisverkehrs)

Für mich ist jeder Einzelne immer vollkommen. Ich bin ein Puzzle, bei dem alle Teile da sind, das aber noch nicht zusammengepuzzelt ist. Es gibt sehr viele Teile, die so komisch aussehen, die ich besser keinem zeige. Nachher denkt der andere noch schlecht über mich oder redet nicht mehr mit mir, von liebhaben ganz zu schweigen. Also fange ich an, diese Teile vor mir selbst zu verbergen.

Das Problem ist nur, dass, egal was ich anstelle, ich mich mit den vielen Löchern so unvollkommen fühle und ich Angst habe, dass jeder das sehen kann. Aber die Puzzleteile, die ich versteckt habe, kann ich überhaupt nicht anschauen, die sind einfach zu schlecht und hässlich.

Nun stellt sich die Frage, wie geht es den hässlichen Puzzleteilen, die von mir abgelehnt werden?

Diese Puzzelteile streben an ihren Platz im Puzzle zurück.

Wie machen sie das?

Sie kreieren mir ständig Situationen, die mich zwingen, hinzugucken und sie zu fühlen, d.h. sie machen mich ständig darauf aufmerksam, dass sie versteckt sind. So bin ich in einem Teufelskreis, den ich nur durchbrechen kann, wenn ich diese ungeliebten Teile wieder haben will.

Im Gesamtbild ist es eins von den fehlenden Teilen, die ich schon überall im Außen gesucht habe. (Wunscherfüllung übers Außen: „Wenn die Anderen anders wären“, oder „wenn ich dieses oder jenes hätte, dann wäre ich endlich glücklich. . .“)

Dieses Beispiel scheint manchem absurd, aber es spiegelt genau unsere Situation wieder.

Achtung!!! Es gibt eine wirkliche Hürde: Das ist der Unterschied zwischen Fühlen und Denken.

Wir lernen immer wieder, dass wir positiv denken sollen und uns ganz von den Möglichkeiten eines Scheiterns oder Ähnlichem verabschieden sollen.

Alle Gedanken eines Scheiterns werden, im wahrsten Sinne des Wortes, aus dem Kopf geschlagen.

Dabei werden leider mit den Gedanken auch meistens die Gefühle mit verbannt, und so bleibt das krankmachende und leidbringende Programm auf einer noch unbewussteren Ebene erhalten.

Viele Menschen, mit denen ich gearbeitet habe, haben sehr viel Angst, dass, wenn sie ihre Gefühle zulassen, genau das passiert, wovor sie Angst haben, da sie dann ja „negativ denken“.

Das Problem ist aber, dass die Gefühle, wenn man sehr viel nur mental aufgearbeitet hat, einfach etwas länger brauchen, um wieder an die Oberfläche zu kommen. Oder aber, die Methoden schlagen von vornherein fehl, so wie bei mir.

Da die meisten Praktiken und Techniken auf der mentalen Ebene arbeiten, habe ich mir Gedanken gemacht, wie diese mentalen Methoden und Techniken so eingesetzt werden können, dass sie die Gefühle nicht verdrängen, und dennoch die volle Wirksamkeit behalten.

Da die Methoden an sich gut sind, arbeite ich gerne zweigleisig.

Einerseits benutze ich die Methoden der Affirmation und Suggestion, um meine Ziele zu fokussieren – und das mit allen Regeln der Kunst – so wie ein Kapitän, der klar sagt, wo es hingehen soll.

Andererseits lasse ich die Gefühle zu, die in mir hochkommen, ausgelöst durch die Diskrepanz zwischen dem, was ich mir wünsche und dem, was jetzt ist.

Dabei ist es so, dass in dem Moment wo ich meine Gefühle wirklich für immer und ewig haben will – wenn ich das Risiko eingehe, dass das was ich vermeiden will passiert – in dem Moment ändert sich etwas in mir. Dieses Ändern geht sehr schnell, manchmal 5 Atemzüge und auch weniger (Ich bin jedes Mal erstaunt wie schnell es geht). Auf jeden Fall ist mein vorher verdrängtes Gefühl wieder voll integriert, das Puzzleteil ist an seinen für ihn bestimmten Platz zurückgekehrt.

Da die Kraft des Unterbewussten außerordentlich groß ist, ist es sehr wichtig, seine Träume und Wünsche mental genau im Auge zu behalten.

Ein kleines Beispiel.

Ich habe vor zwei Jahren ein halbes Jahr von Licht gelebt und eine sehr schöne Figur dadurch bekommen.

Damit ich, als ich wieder angefangen habe zu essen, mein Gewicht auch wirklich halte, habe ich, wie es so oft empfohlen wird, ein Bild aus dicken Tagen an den Kühlschrank geklebt (als Abschreckung). Aber leider war das für mein Unterbewusstsein keine Abschreckung, sondern die Vision dessen, wo es denn hingehen sollte. Und so habe ich inzwischen meine alte Figur, ja genau die von dem Bild, wieder erlangt. Jetzt kommt da erst einmal ein Foto mit meiner Traumfigur hin und dann wird mein Unterbewusstsein so wie vorher auch darauf reagieren. (davon gehe ich aus, es hat ja vorher auch auf das Foto reagiert, der Versuch läuft noch. . .)

Dennoch schaue ich mir auch an, warum ich denn nun gerade diese für mich unvorteilhafte Idee umgesetzt habe. Zumal ich ja eigentlich genau wusste, wie mein Unterbewusstsein funktioniert.

Und da lande ich wieder einmal bei meinen (starken) unbewusst verdrängten Gefühlen.

Hier konnte ich ein verdrängtes Gefühl der Wertlosigkeit aufspüren und es Stück für Stück integrieren.

Jetzt kann ich fühlen, wie meine Gedanken sich mehr und mehr am schlanken Vorbild (Bilder auf dem Kühlschrank) orientieren und gleichzeitig kann ich die Ursache, mein Gefühl der Wertlosigkeit, aushalten. So ist es mir möglich, ohne Anstrengung leicht und erfolgreich zu sein.

Auf der mentalen Ebene strebe ich auf mein Ziel zu, auf der emotionalen Ebene bewege ich genau in die entgegengesetzte Richtung. Dort gehe ich zu meinen verletzten Gefühlen zurück. Ich befinde mich auf einem Weg, der meine emotionalen Verletzungen so heilt, dass mein unbewusstes Ich ohne weitere Anstrengungen einen gesunden Zustand anstrebt und lebt.

Ich bin nicht die einzige, die das herausgefunden hat. Es gibt mehrere spirituelle LehrerInnen und TherapeutInnen, die in den letzten Jahren jede/r auf die eigene Weise, einen ähnlichen Ansatz entwickelt haben. Ein paar sehr gute Bücher sind am Ende der Seite aufgeführt.

Es ist mir daher sehr wichtig, den Unterschied zu erkennen, wann ich an meinem Gefühl bin oder wann ich eine Vision kreiere. Solange ich diesen Unterschied nicht absolut verstanden habe, kann der Schuss nach hinten losgehen. In leidvollen Gefühlen zu baden, ist sehr schmerzhaft und absolut unnötig.

Die gezeigte Skizze soll verdeutlichen, warum es meiner Meinung nach nicht ausreicht, sich lediglich mit den mentalen Praktiken auseinander zu setzen, sondern warum eine Einbeziehung des Emotionalkörpers unabdingbar ist.

Ich gehe davon aus, dass der gesunde Geist und Körper von sich aus immer in Richtung Gesundheit und Glück strebt. Auch behaupte ich, dass die mentalen Praktiken nur dann wirklich langfristig und ohne weitere Anstrengungen wirken können, wenn die verdrängten Gefühle wieder mit integriert werden. Ansonsten muss ich immer einen Teil meiner Kraft und Aufmerksamkeit darauf verwenden, die aufsteigenden Ängste und Zweifel zu unterdrücken. Das kann auf lange Sicht niemals funktionieren, da es meinen Gefühlen damit nicht gut geht und meine abgespaltenen Gefühle mit immer mehr Macht auf sich aufmerksam machen, bis zur körperlichen Krankheit.

Fließrichtung der mentalen Praktiken

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Mit Hilfe der bewussten Steuerung des Unterbewusstseins wird eine synchrone Fließrichtung zur göttlichen Fließrichtung hergestellt. Visionen werden kreiert.

Fließrichtung des traumatisierten Emotionalkörpers

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Aufgrund der emotionalen Verletzungen kreiert sich unser System die Wiederholung der Traumen.

Das kann als Chance genutzt werden, um die abgespaltenen Gefühle zu integrieren und die Traumen zu lösen.

Göttliche Fließrichtung

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Alles strebt in die Vollkommenheit, Harmonie und Gesundheit

Wenn ich auf allen Ebenen geheilt bin und alles in mir integriert ist, dann kann sich absolute Vollkommenheit spiegeln. Es gibt keinen traumatisierten Emotionalkörper mehr. Alles fließt in eine Richtung. Alle unbewussten Konflikte sind gelöst. Es manifestiert sich immer das, was ich mir wünsche und was ich denke.

Die Gedankenhygiene ist jetzt extrem wichtig, da sich wirklich alles manifestiert, was ich denke.

Das heißt, der Weg vom Gedanken bis zur Manifestation wird immer kürzer.

Ich kann meine Arbeit in vier Grundsätze fassen.

1. „Alles ist ein Spiegel meiner Selbst.“

2. „Was macht es mit mir, dass die Dinge so sind, wie sie sind?“

3. „Diese Gefühle bedingungslos für immer und ewig haben wollen.“

4. „Rückkoppeln, „Wie geht es meinen Gefühlen mit mir?“

Punkt 1

„Alles ist ein Spiegel meiner selbst.“

Das heißt für mich, dass nicht nur meine Eigenarten und Qualitäten gespiegelt werden, sondern auch, dass meine verdrängten Gefühle ausgelöst werden. Meine Mitmenschen und die Umwelt sind also Spiegel und Auslöser.

Punkt 2

„Was macht es mit mir, dass die Dinge so sind, wie sie sind?“

Hier fangen die ersten Schwierigkeiten an, da wir meistens gar nicht mehr merken, was wir wirklich fühlen. Allzu oft haben wir die eigentlichen Gefühle so verdrängt, dass wir zum Beispiel bei Hilflosigkeit wütend werden und blind um uns schlagen, oder bei Wut nur noch traurig werden.

Punkt 3

„Diese ausgelösten Gefühle, nicht die Situationen, sondern nur die Gefühle, bedingungslos für immer und ewig haben wollen – mich selber mit diesen Gefühlen bedingungslos annehmen.“

Dieser Punkt ist für viele Menschen total unvorstellbar, da ja alles gemacht wird, um die Gefühle wieder loszuwerden, die uns aus dem Gleichgewicht bringen. Oder wir sorgen dafür, dass wir sie gar nicht erst wahrnehmen. Woraufhin der Körper anfängt, über Krankheit das auszudrücken, was wir verdrängen.

Ich bin der Meinung, dass alle psychosomatischen und auch somatischen Krankheiten, hier ihren eigentlichen Ursprung haben.

Um dieses Problem wirklich an der Wurzel zu heilen, ist es für mich unumgänglich meine Gefühle für immer und ewig im Hier und Jetzt zu fühlen. (Es ist ein dauerhafter Zustand)

Punkt 4

„Rückkoppeln, „Wie geht es meinen Gefühlen mit mir?“

Hier frage ich meine Gefühle, wie es ihnen damit geht, dass ich sie anerkenne und auch wirklich haben möchte. Wenn es meinen Gefühlen mit mir gut geht, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass es mir auch mit meinen Gefühlen gut geht.

Die Geschichten, die wir uns kreieren, und die uns dazu bringen, unsere abgespaltenen Gefühle immer wieder in unseren Fokus zu holen, dürfen und sollen sich für immer und ewig verabschieden. Diese leidvollen Geschichten brauchen wir dann nicht mehr.

Jedes Puzzleteil, das seinen Platz im Ganzen wieder einnimmt, macht uns zufriedener und stärker – es bringt uns zurück in die Ganzheit.

Buchempfehlungen:

„Wieder fühlen lernen: Wie wir uns selbst und die Welt heilen können“ von Safi Nidiaye

„Radikale Erlaubnis: Energetischen Missbrauch erkennen und beenden. Fortgeschrittene Arbeit mit dem inneren Kind“ von Mike Hellwig

„Wie wir uns vom positiven Denken heilen: über die Freiheit, alles fühlen zu dürfen“ von Mike Hellwig

„Liebe dich selbst und es ist egal wen du heiratest“, www.liebedichselbst.de und

„Liebe dich selbst und freue dich auf die nächste Krise“ von Eva-Maria (&)Wolfram Zurhorst

„Liebeskummer lohnt sich doch“ von Krishnananda.

„Gefühle, eine Gebrauchsanweisung“ von Amana Virani

„Ein Kurs in Wundern“ von Kenneth Wapnick und Margarethe Tesch

„The Work“ Byren Katie